Benkos Goldenes Quartier: Bank Austria zahlte 299 Millionen Euro

Die Signa Prime will Luxus-Immos verkaufen – darunter das Goldene Quartier in Wien. Diese Top-Immobilie finanzierte die Bank Austria mit 299 Millionen Euro, also zu 94 % (!). Die Signa hatte Ende 2022 nur Eigenmittel von 6%. 

Die von René Benko gegründete Signa braucht dringend Cash für ihr Sanierungsverfahren. 

Jetzt sollen folgende vier Luxus-Immos als Gesamtpaket verkauft werden: Goldenes Quartier, Park Hyatt und die Renngasse 2 (Gebäude des Verfassungsgerichtshofes) in Wien sowie Benkos erstes Prestigeprojekt, das Kaufhaus Tyrol in Innsbruck.

Gläubiger hoffen, dass „der Verkauf mehr einbringt als nur die Bank-Kredite“

Die Gläubiger hoffen, dass vom Verkaufserlös mehr übrig bleibt als nur das Geld, dass dann zuallererst für die Bank-Kredite fließen wird. Denn diese Kredite müssen vorrangig bedient werden. Erst danach sehen die anderen Gläubiger einen Teil ihres Geldes wieder (sie hoffen auf eine Quote von 30%).

Insgesamt werden  Bankkredite in Höhe von 680 Millionen Euro  kolportiert (Stand 2022). Fast die Hälfte entfällt dabei auf eine Top-Adresse.

oe24 hat sich die Luxus-Immo „Goldenes Quartier“ in Wien jetzt genauer angesehen, den Grundbuch-Auszug und den Jahresabschluss per 31.12.2022 gemeinsam mit einem renommierten Finanzexperten kontrolliert. 

Bank Austria finanzierte Goldenes Quartier mit Kredit von 299 Mio. Euro

Finanzierungs- und Sanierungsspezialist Mag. Gerald Zmuegg analysierte die Finanzierung des Golden Quartier. 

Mit stolzen 299 Millionen Euro schlug sich das Kreditengagement der Bank Austria beim Goldenen Quartier Ende 2022 zu Buche. Mit diesem Betrag hatte die Bank Austria die prestigeträchtige Immobilie bei einer Bilanzsumme von 317 Millionen Euro zu 94% defacto alleine finanziert. Der Anteil von Signa an der Finanzierung belief sich auf bescheidene 6%. 

Alleine im Jahr 2022 erhöhte die Bank ihre Kreditmittel um 66 Millionen

Alleine im Jahr 2022 erhöhte die Bank Austria die Kreditmittel um 66 Millionen Euro.

So kam Signa an frisches Geld. Denn die Signa konnte so ihrerseits die investierten Eigenmittel um 35 Millionen  reduzieren. 

„So eine Finanzierung würde sich jeder Häuslbauer wünschen“

„Ein derartige aggressive Finanzierungsstruktur mit einem Kreditanteil von 94% würde sich jeder Häuslbauer und Kleinunternehmer wünschen“, sagt Finanzexperte Zmuegg gegenüber oe24.

Keinen Kommentar gab es vonseiten der Bank Austria auf oe24-Anfrage. Man verwies auf das Bankgeheimnis.

Heimische Banken gaben der Signa mehr als 2 Milliarden Euro

Laut einem INSIDER-Bericht für Reuters haben österreichische Banken rund 2,2 Milliarden Euro Kredite an die Signa-Gruppe vergeben (Stand 2023).

Davon stammen zwei Drittel von der Raiffeisen Bank International und der UniCredit-Tochter Bank Austria, sagte eine Person, die mit der Materie vertraut ist, aber anonym bleiben wollte. Eine aufgetauchte  umfassende und Milliarden schwere Schuldenliste  hat oe24 bereits veröffentlicht.

Quelle: oe24.at